Privatpraxis Dr. med. Hanna Göser

Privatpraxis Dr. med. Hanna Göser

Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren, Börtlingen, Göppingen

EMDR

EMDR ist die Abkürzung für Eye movements desensitization and reprocessing, also Neuordnung und Desensibilisierung durch Augenbewegungen.

Unsere Verarbeitung von Sinneseindrücken erfolgt normalerweise folgendermaßen:

Wir sehen, hören, riechen oder spüren etwas und dieser Eindruck wird zunächst im Mittelhirn emotional bewertet. Hier wird eingeteilt, in angenehm, unangenehm, gefährlich, harmlos etc. Während des Schlafes wird im Traum dieser Verbund von Sinneseindruck und Gefühl ins Großhirn verschoben, wo es ein Teil unserer Lebensgeschichte und dort noch einmal bewertet wird, dieses Mal anhand unserer bisherigen Erfahrungen. Deshalb sagen wir, dass wir über Entscheidungen eine Nacht schlafen sollten, da wir neue Informationen zunächst nur emotional einordnen und erst nach einem Raumschlaf anhand unserer abgespeicherten Fakten bewerten können.

Wenn ein Erlebnis jedoch mit viel Stress, Erschrecken, Angst oder ähnlichem verbunden ist, dann funktioniert dieser Ablauf nicht und ein Eindruck bleibt im „Mittelhirn hängen“. Es sind diese Ereignisse, die wir auch noch nach zwanzig Jahren detailliert beschreiben können und bei denen uns die Gefühle zu den Bildern sofort wieder präsent sind und uns manchmal die Tränen in die Augen treiben.

Das Mittelhirn ist sehr viel einfacher aufgebaut als das Großhirn, es ist entwicklungsgeschichtlich auch älter. Es hat keine Zeitstruktur und keine Dimensionen. Deshalb sind diese Erinnerungen unmittelbar und auch nach Jahren unverändert. In diesem Teil des Gehirns wird nichts alt. Hier gibt es auch keinen gesunden Menschenverstand, keine Logik und nicht die Erfahrung, dass etwas gut ausgegangen ist. Die Erinnerung bleibt weitgehend unverändert bestehen. Posttraumatische Belastungsstörungen haben hier ihre Ursachen. Erlebnisse, die im Mittelhirn abgespeichert sind, sind dauerhaft aktuell und beeinflussen das Leben anhaltend.

Nun ist es jedoch möglich, Inhalte des Mittelhirns nachträglich ins Großhirn zu verschieben und zwar durch Augenbewegungen, die man im Traumschlaf unbewusst auch macht. Dadurch verändern sich Erinnerungen und können der Zeit zugeordnet werden, in der sie tatsächlich geschehen sind. Dann sind sie wirklich vorbei und können als Lebenserfahrung abgehakt werden. Das ist oft sehr entlastend.

 

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